Besenreißer
Was sind überhaupt Besenreiser?
Mit diesem Begriff bezeichnet man deutlich sichtbare, rote, teils violette Äderchen direkt in oder unter der Haut der Beine. Sie sind aus medizinischer Sicht vollkommen harmlos. Besenreiser sind meist die Folge einer Bindegewebsschwäche, nicht selten durch hormonelle Umstellungen (z.B. Schwanger-schaft). Sie treten bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Besenreiser können an allen Stellen der Haut auftreten, zeigen sich aber gehäuft an den
Beinen. Sie stellen im wesentlichen ein kosmetisches Problem dar. Zwar gelten sie im „versicherungsrechtlichen“ Sinn nicht als Krankheit. Dennoch stören sie häufig, weil sie das gute Aussehen beeinträchtigen. Die Anlage zu Besenreisern ist letztendlich vererbt, daher nicht zu beseitigen; sie sind jedoch gut behandelbar. Sollten behandelte Besenreiser neu auftreten, was nach Monaten, Jahren oder Jahrzehnten geschehen kann, so steht einer erneuten Therapie nichts im Wege.
Welche Therapien gibt es?
Das Ziel der Behandlung ist die Zerstörung der Besenreiser, damit der Körper das Gefäß abbauen kann. Hierfür steht in allererster Linie die Sklerosierungstherapie mit feinsten Nadeln sowie die Laser- Therapie zur Verfügung.
Allgemein gilt, dass während der Behandlung Sonnenbestrahlung der jeweiligen Stelle für mindestens sechs Wochen gemieden werden sollte, damit unschöne Pigmentierungen vermieden werden. Daher sollte die Behandlung an unbedeckten Körperstellen in unseren Breitengraden im Herbst/Winter bzw. spätestens im beginnenden Frühling gestartet werden. Direkt im Sommer wird nicht behandelt. Dies sollten Sie auch immer ablehnen!
Bei der Sklerosierungsbehandlung, welche derzeit als Goldstandard angesehen werden kann, werden die Besenreiser an ihrer Basis mit ultrafeinen, kaum bemerkbaren Nadeln punktiert, es erfolgt dann unter leichtem Druck die Injektion des Verödungsmittels in das Gefäß. Man verwendet hierzu hochgereinigte Alkohole. Im Idealfall ist pro Gefäßbäumchen nur ein Stich notwendig. Die Hautoberfläche bleibt bei dieser Behandlungsart (natürlich bis auf die minimale Punktion) unbehelligt. Unter der Behandlung blasst das Gefäß ab, es kommt in der Folge durch das Verödungsmittel zu einer gewünschten Reizung des Äderchens von innen.
Im Anschluss erfolgt eine Kompression (Druckverband) der jeweiligen Stelle. Kompressionsstrümpfe müssen nicht getragen werden, können den Behandlungserfolg allerdings verbessern. Das Tragen beschränkt sich dabei auf ein bis zwei Tage. In den folgenden Tagen verfärbt sich das Gefäß dunkelblau und wird in der Regel innerhalb der folgenden Wochen abgebaut. Zur Optimierung des Ergebnisses sind immer mehrere Sitzungen, in der Regel drei bis fünf, nötig. Sprechen die Besenreiser eines Patienten besonders gut an, können auch schon ein bis zwei Sitzungen sichtbare Erfolge bringen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
In seltenen Fällen geht nicht nur das Gefäßbäumchen, sondern auch das umgebende Hautgewebe zugrunde. Diese derben, bräunlichen Hautflecken verschwinden aber in der Regel nach einigen Wochen bis Monaten wieder vollständig. In äußerst seltenen Fällen findet sich eine Unverträglichkeit gegenüber dem Skerlosierungsmittel, dann muss dieses natürlich umgesetzt werden, ggf. ist eine Behandlung nicht möglich.
Welche Kosten treten auf?
Weil die Besenreiser ein kosmetisches Problem sind, wird die Behandlung nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen und muss in der Regel privat erstattet werde
Was kann ich selber tun?
- Jede Form von Bewegung ist gut: spazieren gehen, Rad fahren, wandern, schwimmen, Treppenlaufen, (insgesamt mindestens 30 min zügiges Gehen täglich). Gezielte Bewegung oder Gymnastik am Abend ist sehr empfehlenswert. Jedes Training der Wadenmuskeln durch Bewegung unterstützt die Venenfunktion. Merkregel: Sitzen und Stehen ist Schlecht, Lieber Liegen oder Laufen (3S - 3L).
- Eine vernünftige, balaststoffreiche Ernährung unterstützt Ihre Gesundung in jedem Fall. Übermäßiger Alkoholgenuss und Rauchen schädigen alle Adern, also auch die Beinvenen und ihre Besenreiser. Übergewicht, stopfende und blähende Kost verlangsamen den Blutfluss in den Venen und verschlimmern das Krampfaderleiden. Meiden Sie diese!
- Tragen Sie immer gutes Schuhwerk mit gutem Fußbett. Frauen sollten nur leicht erhöhte Absätze tragen. Ein Schuh muss sich nach dem Fußverband und den Strümpfen richten - nicht umgekehrt.
- Meiden Sie beengende Kleidungsstücke (wie z.B. enge Jeans). Jede Form der Einschnürung (Strümpfe, Gürtel, Hüfthalter) vermindert den venösen Blutfluss.
- Ungünstig ist alles, was die Beingefäße erweitert, d.h. zu heiße Bäder, zu lange Sonnenbestrahlung, lange Saunagänge, Massagen der Beine. Wenn Sie weiter in die Sauna gehen wollen, bleiben Sie nur kurz in der Hitze und kühlen Sie die Beine danach jeweils gut ab (kalte Güsse, Tauchgang, Beine hochlegen).
- Ausgeprägte Besenreiser können ein Zeichen für tiefliegende Krampfadern sein, in den Thrombosen entstehen können! Alarmzeichen für Thrombosen sind: plötzliche Schmerzen und Schwellungen der Beine, langanhaltender "Muskelkater" der Beine (länger als 2 Tage), plötzlicher Husten, Atemnot und/oder Brustschmerz.
- Bei Schwangerschaft, Operationen und jeder längeren Bettruhe informieren Sie Ihren Arzt über Ihr Venenleiden. Er muss dann ggf. eine wirksame Thrombosevorbeugung beginnen. Pille und Rauchen erhöhen das Thrombose- und Embolierisiko zusätzlich sehr stark.
Vorsicht bei langen Autofahrten oder Flügen: immer wieder die Beine und Füße bewegen, damit keine Thrombose entsteht. Vor langen Fahrten und Flügen eine halbe Tablette Aspirin einnehmen (wenn verträglich). Bei älteren oder gefährdeten Patienten sollte eine Thrombosespritze prophylaktisch gegeben werden.





